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Alt 29.12.2004, 20:20   #1
Margit Lermann
Junior Member
 
Registrierungsdatum: 23.12.2004
Ort: Großauheim bei Hanau
Beiträge: 1
Standard EMA-Syndrom

Hallo,

mein Agapornidenmännchen "Rocky" hat seit ca. 2 Wochen Gefiederprobleme.
Es fing mit übermäßigem Jucken an und er biss sich hinten am oberen Rücken blutig.
Es sind inzwischen schon keine Federn mehr an der Stelle. Der Tierarzt diagnostizierte EMA-Syndrom. Rocky frißt leider im Moment sehr wenig und schläft sehr viel. Der Arzt meinte, es liegt eine Infektion vor und die wäre daran schuld.
Die Leber wird vorsorglich mitbehandelt; auch kann ich ihn, wenn die Stelle am Rücken abgeheilt ist, mit Ringelblumensalbe weiterbehandeln.
Wer hat die gleichen oder ähnlichen Probleme mit seinen Agas schon gehabt, und was kann ich noch für die schnelle Genesung des Vogels tun?
Vielen Dank im voraus.
Liebe Grüße,
Margit
Margit Lermann ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 30.12.2004, 01:49   #2
Thomas Braunsdorf
Senior Member
 
Benutzerbild von Thomas Braunsdorf
 
Registrierungsdatum: 21.08.2004
Ort: Dahlewitz
Beiträge: 237
Standard

Hallo Margit,
das EMA-Syndrom (meist allerdings Unterflügelekzem!) ist in seiner Pathogenese noch nicht vollständig geklärt. Meistens findet man (vordergründig) eine Staphylokokken-Dermatitis oder eine bakteriell-mykotische Mischinfektion. Laß unbedingt eine Erregeranzucht und einen einen Resistenztest machen, da z.B. Staphylokokkus aureus oft multiresistent ist. Im übrigen sind die Infektionen Sekundärinfektionen und vermutlich nicht die eigentliche Ursache des EMA-Syndroms; man beobachtet extrem viele Rezidive nach zunächst erfolgreichem Abschluß der Antibiose. In der Fachliteratur werden psychische Ursachen diskutiert. Bitte prüfe mal genau, ob und ggf. auf was der Vogel Streß haben könnte oder was sonst Grund für eine Immunsuppression sein könnte. Was hat sich vor ca. 2 Wochen verändert?
Ich würde dringend zu einer homöopathischen Konstitutionsbehandlung raten.
Zu der Ringelblumen-Salbe: Calendula (Ringelblume) ist ein ausgezeichneter Wirkstoff, allerdings wäre ich mit Salbe überall da vorsichtig, wo sich noch Federn befinden. Salben verkleben das Gefieder und beeinträchtigen die Thermoregulation. Auch wenn an der blutig gebissenen Stelle selbst die Federn weg sind, mußt Du bedenken, daß der Vogel sich putzt und die Salbe im restlichen Gefieder verteilt, wenn er keinen Kragen bekommt - was allerdings wegen der damit verbundenen psychischen Traumatisierung auch nur ultima ratio ist.
Bewährt hat sich, mehrmals täglich mit folgender Mischung zu pinseln: 1 Teil Calendula-Urtinktur, 1 Teil Propolis-Urtinktur, 8 Teile aqua purificata.
Der Juckreiz kann in der Tat auch von der Leber kommen. Es müßte ein Blutbild gemacht und die relevanten Leber- und Nierenparameter bestimmt werden. Wenn eines dieser Entgiftungsorgane, insbesondere die Leber, schlappmacht, versucht der Körper, über die Haut zu entgiften, was zu verstärktem Juckreiz führen kann. Was hat der TA denn für Lebermedikamente verordnet? Wie ist überhaupt die ganze Therapie, und was für Untersuchungen sind gemacht worden? Welche objektivierbaren Befunde liegen vor?
LG
Thomas
__________________
Thomas Braunsdorf

Tierheilpraktiker
Lebensenergieberater Tier
Thomas Braunsdorf ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 30.12.2004, 06:59   #3
Tine
Member
 
Benutzerbild von Tine
 
Registrierungsdatum: 24.11.2003
Ort: Buchholz in der Nordheide
Beiträge: 94
Standard

Hallo Margit,

Thomas hat Dir ja schon umfassend geantwortet, ich möchte nur noch eines ergänzen:

Überlege bitte nicht nur, was sich vor ca. 2 Wochen verändert hat, sondern betrachte bitte die Lebensumstände Deiner Agas (ich gehe davon aus, dass es mind. 2 sind) im Ganzen. Ich meine hier Haltungsbedingungen, Freiflug etc und ganz wichtig: die Psyche ! Hast Du den Eindruck, dass es sich um ein "echtes", sprich harmonisches Paar handelt oder mobbt einer den anderen ? Leben die beiden nebeneinander her und haben sich nix zu sagen ?

Ein EMA-Patient lebt auch hier bei uns:
Anykin war mit seinem Halbbruder zwangsverpaart, 2 1/2 Jahre ging das "gut" (naja, ist halt relativ) und dann fing Anykin an zu rupfen und sich blutig zu beißen.
Zusätzlich ist der Leberwert grenzwertig (beim Vorbesitzer wurde mehr Wert auf Zahmheit statt auf ausgewogene Ernährung gelegt).

Heute, nach über einem Jahr und erfolgreicher Neuverpaarung sind die Wunden auf Anykins Rücken und Bürzel vollständig abgeheilt und er ist wieder befiedert, den Nacken hingegen rupft er noch und die linke Schulter wird benagt.

Was will ich sagen ?
Geduld, Geduld, Geduld.

Ach ja:
Schimpf ihn nicht, wenn er beißt und rupft. Wenn er sich übel zugerichtet hat und Dir ist nach Weinen - geh aus dem Zimmer, lass ihn das nicht sehen. Betrachte nicht jede ausgerupfte Feder als persönliche Bosheit Dir gegenüber - das ist es nämlich nicht.

Wenn ich garnicht mehr konnte, habe ich mich auf folgendes beschränkt: mit ganz ruhiger Stimme habe ich Anykin gesagt: Nur BLÖDE Vögel rupfen sich und DU siehst sooo hässlich aus.
Danach gings mir (meist) etwas besser.
Angehängte Grafiken
Dateityp: jpg anykin_1_web.jpg (17,1 KB, 7x aufgerufen)
Dateityp: jpg Anykin_rupf_01_2004.jpg (27,4 KB, 11x aufgerufen)
__________________
Viele Grüße

Tine

*Alles ist schön, was man mit Liebe betrachtet*
*If you can breed, you can rescue*
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